Viel Wind um nichts? Weniger Solar, mehr Atom? (Update 20.2.2014)

Kategorie: Allgemein, News, Tagebuch
Datum: 19.02.2014

Während in anderen Ländern, allen voran in China und in den USA, die Solarenergie- und Fotovoltaikpläne weiter stark ausgebaut werden und 2013 neue Rekordstände erreicht haben, plant Japan möglicherweise den Ausstieg aus dem (Atom-)Ausstieg und verweist dabei unter anderem auch auf die Kostenexplosionen von Strom/Energie in Deutschland – Fr. Merkel und Ihrem vorherigen, aber auch jetzigen Team „sei dank“.

Japan scheint einige hunderte (!) Solar- und Fotovoltaik-Projekte stoppen und anstatt dessen ein knappes dutzend Atomkraftwerke bauen zu wollen. Das ist umso skandalöser als viele Japaner eigentlich weg wollen von der Atomenergie und das noch nicht gelöste Fukushima-Daiichi Super-Gau Problem nach wie vor wenig professionell gehandhabt wird – neben der 30m tiefen Vereisung des Bodens, wird auch eine „kontrollierte“ Kernschmelze erwogen. Sollte ja theoretisch klappen, denkt man sich dabei vermutlich.

Die Angst der japanischen Regierung vor regenerativen Energien (bzw. vor den Lobbyisten?) und die damit einhergehenden Unsicherheiten (Kosten, Planungen usw.) scheinen größer zu sein, als die Sorge vor einem neuen Kernschmelze – in einer der am stärksten durch Erdbeben betroffenen Länder weltweit. Nach der Logik sollten wir Europa zupflastern mit der ach so sicheren Atomtechnologie. Wobei die Technologie ansich durchaus sicher sein mag, aber deren Handhabung (u.a. v.a. auch durch Menschen) und die externen (Natur)Risiken sind schlichtweg nicht kalkulierbar, womit die Technik letztendlich doch nicht sicher ist – alle die das Gegenteil behaupten, lügen. Ganz abgesehen von einer Lösung für den strahlenden Müll und die tatsächlichen Kosten eines Abbaus einer solchen Anlage, sowie die Rücklagen für einen Gau – wenn all diese Kosten miteinkalkuliert würden, wäre die so „saubere“, „sichere“ und angepriesen „günstige“ Atomkraft wohl kaum bezahlbar.

Ob die vor kurzem „Öko“häuser von Panasonic (u.a. mit Fotovoltaik-Modulen) noch die Planungsphase in Japan verlassen, wird sich wohl ebenfalls noch zeigen müssen.

Unsere traurige Prognose: Schafft Japan nicht den Umstieg auf erneuerbare (und neue!) Technologien, wird das noch-Hochtechnologieland in den kommenden Jahrzehnten weit abgleiten, nicht nur Energietechnisch, sondern auch wirtschaftlich in jeglicher Hinsicht. Vielleicht sollte man die „Abenomics“ umbenennen in „Bummerabenomics“.

Etwas Positives zum Schluss:

Apropos Wind (siehe Überschrift 😉 – eine technisch sehr interessante Lösung: Schwimmende Windkraftwerke. Die Idee dahinter ist, dass die Anlagen komplett und damit günstig an Land gefertigt – im Gegensatz zu den jetzigen OffShore-Anlagen – und anschliessend per Schiff an die gewünschte Stelle transportiert werden. Dort angekommen würden die drei hohlen Standbeine mit Wasser geflutet und stabilisiert werden. Keine schlechtes Konzept von Principle Power Inc., die WindFloat Windturbinen:

Obwohl – und sorry wegen des nun doch noch schlechten Beigeschmacks – diese OffShore-Anlagen natürlich auch Einflüße auf die Umwelt haben, durch Vibrationen und Sound auf die Meerestiere, als auch für Vögel in der Luft, aber da ist bei Solarkraftwerken, je nach verwendeter Technik, auch leider ein Problem.

PS: Nachtrag 2014.02.20 – In Fukushima-Daiichi sind wieder tonnenweise verstrahltes Wasser „ausgelaufen“, und Japan will wirklich neue Atomkraftwerke bauen?