Fahren Stromautos rückwärts?

Kategorie: Allgemein, News
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Datum: 27.05.2013

Während die deutsche Politik nach wie vor Ihrem „1 Million“ Stromautos-Traum bis 2020 nachjagt und nun sogar eine – vermutlich kostspielige – Konferenz zu dem Thema anberaumt hat, darbt das Elektroauto in der Gegenwart vor sich hin, schlimmer noch, es gibt es mit „Better Place“ sogar eine erste Grossinsolvenz in diesem Bereich.

Apropos Insolvenz, wir wurden von unserem Leser Typhoon darauf hingewiesen, dass es nun auch von BoschSolar und Q-Cells Restwerte zum ersteigern gibt (Auktion Bosch Solar und zweit Auktion Q-Cells), der Ausverkauf der diesseitigen Solarindustrie hat somit auch ganz offiziel begonnen.

Interessant ist allerdings das in ganz Europa dank der Energiewende bisher angeblich knapp 260.000 Jobs geschaffen wurden, vornehmlich Installations- und Wartungsjobs, die geplanten Strafzölle auf chinesische Panels würden aber maximal wohl nur 8000 Jobs retten, denn nur diese sind tatsächlich in der Produktion beschäftigt. Wenn aber Pannel-Preise künstlich „stabil“, aka hoch, gehalten würden, wären damit nicht die anderen 250k Jobs (oder zumindest ein großer Teil davon) in Gefahr?

Wie auch immer, Frau Merkel (und Co.) scheint ja wohl doch zu Zugestädnissen an China bereit, müssen nur noch die EU-Leiter überzeugt werden, was wohl machbar wäre, weil die nur kläffen, wenn die Einzelstaaten, in diesem Fall allen voran Deutschland, bissig werden.

Ich denke auch dass das Rad nicht mehr zurückzudrehen ist, abgesehen davon liegt die (nahe!?!) Zukunft ohnehin in der günstigen Massenproduktion, im besten Fall im Druck von Solarzellen, wo dann diese Fabriken stehen ist eigentlich fast egal, da ohnehin nur noch wenige dutzend Menschen darin arbeiten werden. Ein Strafzoll würde diese Entwicklung nur verzögern, niemals aber die verbleibenden und verkrusteten „Alt“firmen retten, der Zug ist bereits abgefahren….

Nochmals kurz zurück zu der Stromauto-„Revolution“, auch diese wird wohl nicht so stattfinden, wie von der Politik gewünscht. Ich denke zwar das Firmen, wie zum Beispiel Tesla, durchaus Ihren Markt finden werden, aber bevor bezahlbare Stromautos mit akzeptablen technischen Werten (allen voran die Reichweite und Wartung/Batteriehaltbarkeit) realisierbar sind, wird wohl noch eine ganze Zeit vergehen. Zuvor müssten neue Batterietechniken entwickelt werden, aber das wird bis 2020 wohl kaum umgesetzt sein. Durchaus interessant scheint allerdings die bereits erwähnte Druckluft-Technik von PSA, hier gibt es Potenzial, nicht nur für den Automobilbereich, so dass sich womöglich Synergieeffekte ergeben könnten.

Übrigens wurde zu der o.g. Elektromobilitätskonferenz heute auch bekannt, dass von der zur Verfügung gestellten Förderung von bis zu 1 Milliarde Euro zur Entwicklung von Elektrofahrzeugen, bisher wohl nur etwa 160 Millionen abgerufen wurden, das kann nun zwei Dinge heißen:
a) die Anträge sind zu bürokratisch/kompliziert 😉
oder
b) die Firmen sehen keinen Markt den es zu bedienen gibt und sind deswegen nicht interessiert ins Grass zu beissen, wie die hochsubventionierten ehemaligen EU-Solar-Firmen, oder auch „Bette Place“.

PS: Apropos günstige Solarzellen, für knapp 4 Euro läst sich ein Solarladegerät für Handys – mit entsprechendem Know-How – auch selbst basteln, seht selbst!